Ehrlich gesagt,

the thing you are most afraid to write.
write that.

– advice to young writers

In diesen Tagen habe ich mehr Ängste, als mir lieb ist.
Ich habe Angst, dich zu verlieren. Angst davor, dich aus meinem Leben zu verlieren und erdrückende Gedanken an eine viel zu kurze Vergangenheit zu verschwenden. Viel zu oft denke ich heute schon an die Vergangenheit. Ich habe Angst, morgen alles damit zu vergleichen. Mit dir zu vergleichen. Ich habe Angst, dass du nie an mich denkst. Dass ich es nicht wert sein könnte. Ich habe Angst, diesen unaufhaltsamen Ohrwurm nicht mehr aus meinem Kopf zu verbannen. Dieser Ohrwurm, der du zu sein scheinst. Ein Lied, welches immer wieder von vorn beginnt. Ich habe Angst zu vergessen, was du mir beigebracht hast. Ein Ende als zweite Chance zu sehen. Angst zu vergessen, warum du so ein Vorbild für mich bist. Ich wünsche mir, dass du nicht irgendwann nur ein Foto in meinem Album sein wirst, welches lange eingestaubt ist.
Ich habe Angst, meinen Kopf zu verlieren und dich zu benötigen um den Weg zurück zu mir zu finden. Angst, abgewiesen zu werden ohne den Grund dafür zu kennen. Denn ich möchte wachsen, Fehler beheben und meine beste Version werden.
Ich fürchte, Entscheidungen getroffen zu haben, die ich eines Tages bereuen könnte. Ich fürchte, eines Tages nicht mehr zu sagen, was ich denke oder fürchte. Ich möchte meinen Gefühlen immer Ausdruck verleihen. Ich habe Angst, dies zu verdrängen. Aus Angst, verletzt zu werden. Ich habe Angst vor der Einsamkeit und Angst davor, nicht meine Ruhe haben zu können. Ich habe Verlustängste. Ich habe dieses Talent, Leute von mir fernzuhalten, die ich am meisten liebe. Ich kann ihren Trost nicht annehmen, obwohl ich oft nichts mehr brauche. Ich habe Angst in der Dunkelheit, habe Angst, dass es niemanden geben wird, der Spinnen für mich tötet. Ich habe nachts Angst, dass ich Schutz brauchen könnte. Habe Verfolgungsängste. Habe Angst, nicht schlafen zu können.
Ich habe Angst, vergessen oder übersehen zu werden. Die Seele braucht die Zuwendung ihresgleichen, wie der Körper seine eigenen Morphine braucht. Ich denke daran, belächelt und nicht ernst genommen zu werden.
Ich habe Angst, nicht überlebensfähig zu sein, mir einzureden, ich schaffe etwas nicht. Und das lediglich aufgrund meiner Erfahrungen, die mich immer wieder täuschen. Ich habe Angst, mir selbst nicht treu zu sein. Um dir etwas zu beweisen. Etwas, das ich gar nicht sein will und kann. Ich habe Angst, den Verstand zu verlieren und mich und meine Gedanken nur noch verlieren zu wollen. Ich habe Angst, mir selbst nicht mehr zu genügen. Angst, irgendwann „Nein“ zu sagen, obwohl ich „Ja“ meine.
Ich befürchte, nicht die ganze Schönheit der Welt entdecken zu können. Nicht den für mich vorgesehenen Platz zu finden. Habe Angst, dass es morgen einen Tag zu spät ist. Seit ich denken kann fürchte ich mich vor ungenutzten Chancen. Ich habe Angst, meine kindlichen Vorstellungen und Träume zu verlieren. Den Ernst des Lebens noch ernster zu nehmen. Irgendwann zu sagen, ich finde mich damit ab. Ich habe Angst, stehen zu bleiben und nicht weiter meinen Weg zu gehen. Den mutigen Weg, der nicht aufzuhören scheint. Angst vor Stillstand. Angst, das Wichtigste verpassen zu können.

Ehrlich gesagt, habe ich viele Ängste.

4 Kommentare zu „Ehrlich gesagt,

  1. Hallo,

    ich habe Dich für den Elite-Award nominiert, weil ich Deinen Blog sehr gerne lese. Natürlich darfst Du selbst entscheiden, ob Du mitmachen magst. Wenn ja, schau auf meine Seite http://www.early50.blog. Dort findest Du den Blogpost mit den „Regeln“ und Fragen.

    Ganz liebe Grüße
    Heike (Early50)

    Gefällt 1 Person

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