Ich bin gewachsen

Wenn mich jemand vor ein paar Wochen, Tagen oder gestern gefragt hätte, wie mein Jahr 2017 verlief, wäre dieser Beitrag sehr düster geworden. Es ist so viel Mist passiert, Dinge, die ich fast keinem Menschen wünsche.
Aber heute? Frag mich heute und ich sage dir, dass ich für dieses Jahr sehr dankbar bin. All die Schicksalsschläge haben so viel Gutes bewirkt. Ich habe tolle Menschen kennengelernt, die mich inspirieren, von denen ich mir viel Positives abschaue.
Von anderen habe ich mich getrennt, weil ich das wollte und für richtig halte. Ich möchte keine Menschen um mich, die mir nur noch schlecht tun.
Ich habe mich über meinen Job schwarz geärgert, bis ich entschlossen habe, mich zurückzuziehen, weniger zu arbeiten und mich auf die für mich wesentlichen Dinge zu konzentrieren. Ich habe mir diesen Job gesucht, ich bin dafür verantwortlich, ob er mich glücklich macht oder nicht. Wenn nicht, dann möchte ich doch bitte etwas ändern und nicht die ganze Zeit jammern. Und ich habe mich entschieden, in den kommenden Monaten und Jahren einen anderen Weg einzuschlagen.
Im Vordergrund stand meine Gesundheit, vor allem die psychische, denn diese hat ziemlich leiden müssen in den vergangenen Monaten.
Ich habe gelernt, darauf zu achten, was in mir passiert. Ich merke, welche Gefühle in mir aufsteigen, wenn mich jemand zum Beispiel ärgert. Ich kann sie deuten, versuche sie einzuschätzen, atme einmal tief durch und reagiere dann weniger empfindlich und über. Vor einem halben Jahr sah das ganz anders aus.
Heute kenne ich ein paar meiner Oberpläne, d.h. dass ich als Kind Schlussfolgerungen getroffen habe, die ich heute noch auf Personen und Situationen assoziiere. Mein Freund, den ich seit 5 Jahren kenne, kann aber nichts für Dinge, die meine Mutter vor 15 Jahren versemmelt hat. Ist ein bisschen schwierig zu erklären. Vielleicht finde ich eines Tages die richtigen Worte, um das zu beschreiben.
Um zu dieser Erkenntnis zu kommen, brauchte es eine Verhaltenstherapie, die wirklich eine der besten Entscheidungen meines Lebens war, gleich nach dem Kauf meines Hundes und dem Anquatschen meines heutigen Partners.
Ich wünschte mir, dass alle Menschen dieser Welt eine Therapie machen, sich mal den Spiegel vorhalten und verstehen, warum Dinge im Leben laufen, wie sie laufen. Es war sehr schmerzhaft anzunehmen, dass auch ICH sehr oft Schuld an vielen Missständen war. Wer gesteht sich denn gern Fehler ein? Ich nicht. Wer sagt leichtfällig: „Tut mir leid, ich habe völlig überreagiert:“ Ich nicht. Aber es ist notwendig und auch das habe ich gelernt. Es wird noch einige Zeit in Anspruch nehmen, das alles zu optimieren und nicht wieder in alte Verhaltensmuster zu fallen.
Ich bin auf dem richtigen Weg und so positiv und optimistisch auf die Zukunft und das neue Jahr eingestellt, wie sehr lange nicht mehr.
Ich möchte gern anderen Betroffenen helfen, möchte weitergeben, was mir hilft, wenn ich mich selbst nicht leiden kann. Das Leben ist es wert, jeden Kampf durchzustehen.

Das Schreiben dieses Blogs hat mir so viel gegeben, ich konnte mit vielen Dingen abschließen, konnte Erfahrungen teilen und wieder anfangen, mich auf für mich wichtige Aspekte zu konzentrieren. Deshalb wird es für die, die Lust darauf haben, mehr von mir zum Lesen geben, vielleicht auch etwas zum Hören oder Sehen 🙂 Wohin meine Reise konkret geht, ist heute noch offen.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

w

Verbinde mit %s