SCHWESTER NACH 24 JAHREN GETROFFEN

Welches Mädchen wünscht sich nicht eine große Schwester, der man Klamotten und Schminke stibitzen kann? Mit der man sich über die erste Liebe unterhalten kann..?! Auch ich habe mir immer eine gewünscht.

Ich habe einen großen Bruder, mit dem ich mich als Kind überhaupt nicht verstanden habe. Wir konnten nichts miteinander anfangen, sind heute noch sehr verschieden. Unser Vater hat unsere Familie sehr früh verlassen, ich war 3 oder 4. Irgendwann erwähnt er, dass es noch 2 weitere Kinder gäbe. Ich hätte noch eine Schwester und einen Bruder. Damals habe ich das kaum realisiert oder mir wurde das nicht richtig bewusst, ich weiß es bis heute nicht.

Meine Schwester traf mal beim Kinderarzt auf meinen Bruder und mich. Ihre Mutter erzählte ihr, wer wir sind. Sie fand uns hässlich und hasste uns von diesem Tag an. Wir haben ihr schließlich ihren geliebten Papa „weggenommen“.

Viele Jahre später, fanden meine Schwester und ich uns bei Facebook. Wir schrieben uns zwar, doch die Entfernung die zwischen uns lag, sowohl die letzten 22 Jahre als auch die große räumliche Trennung, machten es schwierig. Wir verloren uns wieder aus den Augen. Bis zu diesem Jahr im April. Sie teilte mir mit, unser gemeinsamer Vater habe sich bei ihr gemeldet. (Wir hatten beide keinen Kontakt zu ihm und daher auch kein gutes Verhältnis) Wir kamen ins Gespräch, schrieben uns in wenigen Zeilen so viel, dass wir sofort wussten, wie sehr wir uns brauchten. Wie viele Gemeinsamkeiten wir haben. Und vor allem was wir alles Schlimmes durchstehen mussten und nie jemand da war, der all unseren Kummer und Sorgen teilen konnte. Unsere Kindheit verlief ähnlich, wir haben uns nach Familie und einer festen Konstante im Leben gesehnt und diese nie bekommen. Sie schrieb mir einen Satz der sich in mein Hirn brannte:

„Geteiltes Leid ist ab sofort halbes Leid-versprochen!“

Wir versprachen uns, uns ganz schnell zu treffen. Sie lebt in Koblenz, ich in Dresden.

Im Mai diesen Jahres war es endlich so weit. Die Minuten vorher hatte ich so ein flaues Gefühl im Magen, aber eher positiv besetzt. Es war Nervosität wie vor einem ersten Date. Hinterher erzählte sie mir, sie hätte sogar Angst gehabt, uns würde nichts mehr zum Erzählen einfallen. Wir haben 4 Stunden durchweg geredet. Wir trugen fast die selben Sonnenbrillen, haben beide viele Sommersprossen im Gesicht, haben die gleichen hässlichen Hände und alle sagen, man sieht, dass wir Schwestern sind. Es gibt nichts Besseres!

Ich bin in sie so sehr verliebt, wie in niemanden sonst. Meine Schwester ist so unheimlich schön und liebenswert. Ich möchte sie am liebsten jede Woche einmal treffen, ganz viel mit ihr shoppen gehen, essen bis zum Umfallen und ganz viel reisen.

In Bezug auf diese wundervolle Person wird es hier noch öfter etwas zum Lesen geben. Der nächste Skandal wartet nämlich schon darauf, verfasst zu werden.

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